Dissertation: Percussion Art Forms

Aspekte der Produktion und Kommunikation südindischer Talas im Kutiyattam

 

Die inzwischen beim LIT Verlag Wien erschienene Dissertation von Karin Bindu behandelt einerseits Fragestellungen zum anthropomorphen Deva Vadyam der Nampyar Kaste Keralas namens Mizhavu, das hier in Form einer Organologie von den ersten Klassifizierungen aus der Zeit des Natya Sastra bis in die gegenwärtig bei Performances eingesetzten Erscheinung in aller Vielschichtigkeit an profanen und sakralen Wesensaspekten dargestellt wird, andererseits zum soziokulturellen Umfeld der Perkussionisten des Kerala Kalamandalam und der von ihnen angewandten Rhythmik.

Die umfangreiche Ausarbeitung der Evolution südindischer Talas integriert - basierend auf mehreren Feldforschungen der Autorin nach Kerala - eine detaillierte Beschreibung rhythmisch-musikalischer Strukturelemente, deren Begriffe in Relation zu Termini aus dem Sanskrit wie auch der landesüblichen Sprache Malayalam Einblicke in die übergeordnete hinduistische Wahrnehmung und holistische Tradition von Musik ermöglichen.

Aufführungstexte der traditionellen Chakyar Familien beinhalten keine Angaben über Spielmodalitäten der musikalisch-rhythmischen Begleitung von Sanskrit Dramen. Erstmals wurde daher von Karin Bindu genauer untersucht, welche Talas im Kerala Kalamandalam am Institut für Kutiyattam unterrichtet werden, welche Schlagtechniken und mnemotechnische Silben Spiel und Wahrnehmungsebenen der Mizhavu im Vergleich zur Rhythmik der südindischen klassischen Musik charakterisieren, und wie diese Rhythmen in eine nachvollziehbare Notation gesetzt werden können, die westlich vertraute Methoden des Zählens von Metren mit der Aufzeichnung indischer Handgestik zur Strukturierung derselben kombiniert.

Die Zusammenfassung der Dissertation in deutscher und englischer Sprache steht Ihnen hier zum Download bereit.